Die kleine Andacht

Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und nähme doch Schaden an seiner Seele.   (Mt 16,26)

Liebe Gemeinde,

endlich ist der Sommer da und die meisten von uns kommen etwas zur Ruhe und haben Urlaub oder Ferien. Wir können durchatmen und haben endlich mehr Zeit für die Familie, für uns selbst, für unsere Freunde oder unsere Leidenschaften. In diesen Zusammenhang passt der Monatsspruch von September sehr gut, denn die Pause im Sommer birgt die Chance, in sich das Vergangene nachwirken zu lassen und darüber nachzudenken.

Jesus erinnert uns daran, uns von unserem Alltag nicht auffressen zu lassen. Es hilft nichts, die Welt zu gewinnen, wenn wir dabei unserer Seele schaden. Was nützt uns denn unser ganzer beruflicher Erfolg, wenn wir dabei innerlich ausbrennen und die Verbindung zu unserer Seele und zu Gott verlieren?

Was ist wirklich wichtig in unserem Leben? Geht es nur darum, sich möglichst viel leisten zu können? Oder ist es nicht auch wichtig, seine eigenen Talente zu entfalten, den Sehnsüchten in unserem Inneren zu folgen und vor allem das Leben mit unseren Lieben zu genießen?

Für Jesus war das wichtigste die Liebe. Er brauchte gar kein Geld und es war ihm auch egal, was die Leute über ihn dachten oder sagten. Da er in seiner Seele mit Gott verbunden war, ruhte er in sich selbst. Da spielen Dinge dann keine große Rolle mehr, sondern es kommt darauf an, jeden Augenblick ganz zu leben und mit den Menschen, die einem begegnen, das Leben zu lieben.

Im Sommer finden wir vielleicht Zeit, nachzuspüren, was in diesem Jahr unserer Seele geschadet hat. Wann haben wir uns im Alltagsstress selber verloren? Wo haben wir nur noch funktioniert und gar nicht mehr gelebt? Was können wir ändern, dass das nicht mehr vorkommt?

Ich wünsche Ihnen eine erholsame Sommerzeit,

in der Sie Ihrer Seele viel Gutes tun.

Ihre Pfarrerin Susanne Thurn