Die kleine Andacht

Liebe Gemeinde!

Die Tage werden wieder kürzer, es wird kälter die dunkle Jahreszeit beginnt. Anfang Oktober feiern wir das Erntedankfest. Im November endet unser Kirchenjahr, wir machen innerlich am Buß- und Bettag „reinen Tisch“ und denken am Ewigkeitssonntag an unsere Verstorbenen. Die Leichtigkeit des Sommers ist verflogen.

Aber auch diese Zeit hat ihre guten Seiten. Wir werden nachdenklicher und spüren in unserer Tiefe die Sehnsucht nach Gott - nach der Kraft, von der alles Lebendige ausgeht, die alles zusammenhält und die dem Leben Sinn gibt.

In unserem Monatsspruch im Oktober ist jemand in große Not geraten. In seiner Verzweiflung wendet er sich an Gott: "Herr, all mein Sehnen liegt offen vor dir, mein Seufzen war dir nicht verborgen" (Psalm 38,10). Das stimmt. Gott kennt uns, wahrscheinlich besser als wir uns selbst. Wenn wir seufzen, weil etwas unsere Seele belastet, ist es Gott nicht verborgen. Gott leidet mit und möchte uns helfen, unsere Probleme zu bewältigen. Wie kann Gott uns helfen? Wie können wir Gott verstehen?

Wir brauchen dazu Zeit und Stille. Da wir in unserer Seele mit Gott verbunden sind, kann Gott uns durch unsere Seele erreichen. Doch wie können wir Kontakt mit unserer Seele aufnehmen? Wir müssen einfach ruhig werden, uns Zeit nehmen und nach Innen spüren. Das kann bei einem Spaziergang sein, aber auch alleine bei einer Tasse Tee. In Gedanken beschäftigen Sie sich mit dem, was Sie belastet. Vielleicht schreiben Sie es sogar auf. Sie öffnen Ihr Herz und lauschen nach Innen. Ganz zart können Sie den ersten Schritt für eine Veränderung wahrnehmen. Er wird nicht gleich das ganze Problem beseitigen, aber er ist ein kleiner Anfang, dem Sie in aller Ruhe folgen können.

Vielleicht tut es Ihnen aber auch gut mit jemanden zu sprechen, der gut zuhören kann. Auch in einem ehrlichen offenen Gespräch kann Gott wirksam werden. Dazu können Sie auch gerne zu mir kommen. Ich nehme mir gerne Zeit für Sie, wenn Sie mich brauchen.

Ich wünsche Ihnen einen sorgenfreien Herbst!

Ihre Pfarrerin Susanne Thurn